Dienstag, 7. Juli 2009

Yacht "Friedericus Rex" o.a. "Friedrich Rex"

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit des Berliner Senats für Arbeit, vertr. durch Reinhold Ossowski, und Arch. Heinz Linner als Planer erarbeitet. Das Schiff ist geplanter Bestandteil des Navalen Museumswanderweges durch Berlin Mitte, Projekt von Arch. Linner. Der vorgesehene ständigen Liegeplatz des Schiffes wäre im Kupfergraben vor dem Zeughaus (Deutsches historisches Museum). Es ist eine Kombination von Museums-, Gastronomie- und Eventschiff. Der Betrieb des Schiffes am vorgesehenen Standort erfolgt im Verbund des DHM mit den Betreibern des historischen Ermelerhauses.
Die Idee zum Projekt Navaler Museumswanderweg durch Berlin Mitte kam Linner bei der Besichtigung der Yachtwerft in Köpenick, wo außer der halbfertigen Fregatte Royal Luise noch etliche Schiffsmodelle gezeigt wurden, so eine Hansa-Kogge, eine kurfürstliche Yacht, die Fregatte und noch andere mehr. Da Linner über den geschichtlichen Hintergrund der Flotte des großen Kurfürsten erhebliches Wissen gesammelt hatte, war es für ihn von großem Interesse, nun die Original-Standorte in Berlin zu besichtigen, dabei wurde die Idee des Projektes Navaler Wanderweg immer konkreter.
Im Projekt beginnt der Wanderweg beim Bodemuseum mit der Hanse-Kogge (Berlin war Hansestadt), beim Pergamonmuseum mit einem Dreimast-Hanseschiff, vor dem Zeughaus die Friedericus Rex, beim Palast die Fregatte Berlin, vor dem Außenministerium die Fleute Friede, dann liegen ein paar Kaffenkähne, beim Spittelmarkt ein Dreimast-Galiot, darauf folgt das erste Berliner Dampfschiff Prizess Charlotte v. Preussen, vor dem Ermelerhaus ein Schleppkahn und im Museumshafen die Kaiserliche Seitenrad-Dampfyacht Alexander.
Alle Schiffe haben neben der historischen Funktion eine reale - sie dienen als Café, Restaurant, Touristeninformation, Viktualienschiffe u.ä. Da, einmal in den Kupfergraben eingebracht, die Schiffe nur mit erheblichen Aufwand entfernt werden können, sind die Liegeplätze als ständig zu betrachten (z.B. muß die Friedericus Rex ohne Aufbauten, halb geflutet, unter der Brücke beim Bodemuseum in den Kupfergraben eingebracht werden, dann gelenzt, am Liegeplatz fertig gebaut, getakelt und ausgestattet werden).
Gebaut und fertiggestellt werden die Schiffe in der Yachtwerft in Köpenickin einer ABM, dann teilweise demontiert, zum Standort geschleppt und endmontiert. Insbesonders die größeren Dreimastschiffe erfordern einen erheblichen Aufwand an Fertigstellungsarbeiten, da die Masten bis zu 30m in die Höhe ragen und die angrenzenden Gebäude überragen.
Die Friedericus Rex wurde Planungsmäßig von Linner komplett überarbeitet, wobei im ursprünglichen Modell etliche erhebliche Fehler in der Schiffsgestaltung festgestellt wurden. Der Entwurf von Linner sieht ein gestreckteres, etwas niedrigers Schiff vor, mit reduzierter Bewaffnung, jedoch gegenüber dem Original um etwa 15% vergrößert, um die schiffbaulich vorgeschriebenen Deckshöhen von 2m einhalten zu können. Da das Schiff von der Gastronomie des Museums beschickt wird, ist nur eine kleine Seviceküche mit Kellnerstation vorgesehen. Besucher-Toiletten befinden sich im Museum, eine Bordtoilette mit Schwarzwassertank ist eingebracht. Die Entleerung erfolgt über Pumpen in die Stadtkanalisation.
An Bord des Schiffes befinden sich drei Gastronomiebereiche : Heckkabine, Große Kabine und Manschaftsmesse. Die Freifläche des Decks wird im Sommer genützt, unter einem Sonnensegel sitzen die Gäste zwischen den Geschützen, deshalb die reduzierte Bestückung. Zu gegebenen Terminen finden Konzerte, Belustigungen und Kurzweil statt, welche auf die geschichtliche Vergangenheit des Schiffes verweisen (Zar Peter der Große - das Bernsteinzimmer - als Geschenk erhält das Schiff den Namen Krone und entschwindet Richtung St. Petersburg aus der navalen Geschiche - Verbleib unbekannt).
Ähnlich, nur in den Dimensionen erheblich größer ist das Folgeprojekt Linners : die große Kurfürstliche Fregatte (60 Geschütze) Friedrich Wilhelm zu Pferde, welche in Spandau bei der Zitatelle ihren Liegeplatz findet. Ebenfalls gebaut in der Yachtwerft Berlin, Köpenick, in ABM.

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